Die Ausgrabungsstätte von Giontech

Wohnhaus aus der Römerzeit

DOMUS ROMANA

Die im Oktober 1993 entdeckte römische Siedlung von „Giontech” nahm ein Areal von mehr als 4.000 qm ein. Die archäologischen Recherchen ermöglichten es, die Vergangenheit dieser ausgedehnten Siedlung zu rekonstruieren, die aus der Zeit zwischen dem 1. und 6. Jh. n. Chr. stammt und verschiedene aufeinander folgende Phasen von Entwicklung, Ausbau, Rezession und Verwahrlosung durchmachte. Die ersten Spuren einer menschlichen Niederlassung aus dem 1. Jh. n. Chr. beziehen sich auf den Bau und die Benutzung einer Straße mit südwestlicher/nordöstlicher Orientierung. Von dieser, etwa 2,60m breiten wichtigen Verbindungsstraße, kamen fünf Straßenstufen ans Tageslicht. Auf einigen sind noch heute die Radspuren der Karren erhalten, die dort verkehrten. Der erste Siedlungskern entstand in etwa während der ersten Hälfte des 2. Jh. n. Chr. und setzte sich aus einfachen Wohneinheiten auf Souterrainhöhe zusammen. Um die zweite Hälfte des 3. Jh. n. Chr. vollzogen sich beachtliche Änderungen: Zu diesem Zeitpunkt erlebte diese Siedlung ihre maximale Ausdehnung, die in enger Verbindung mit der alles übertreffendenInnovation beim Hausbau stand. Im einzigen heute noch erhaltenen Ambiente von einem dieser Häuser kam ein Warmluft-Heizungssystem (hypocaustrum) ans Licht. Durch eine in einem benachbarten Raum untergebrachte Feuerstelle wurde Warmluft erzeugt, die sich unter dem Fußboden ausbreitete und diesen erwärmte.
Obwohl die durch die Siedlung führende Straße stets die Hauptverbindungsachse blieb, war die Siedlung Giontech ihrem allmählichen Untergang geweiht, der im 6. Jh. in der völligen Entvölkerung gipfelte. Den endgültigen „Todesstoß” versetzte der Wildbach Noce, der am Ende desselben Jahrhunderts über die Ufer trat und zur Beschädigung sowie zur vollständigen Aufgabe der Siedlung beitrug.
In der heutigen Ausgrabungsstätte befindet sich das „Domus Romana”, eine Mehrzweckstruktur. Dort besteht die Möglichkeit, das Bodenheizungssystem zu besichtigen, das durch Info-Tafeln veranschaulicht wird.

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Die Ausgrabungsstätte von Giontech