Die Ausgrabungsstätte „Drei Canè”

An der Wurzeln der Geschichte der Piana Rotaliana

DREI CANE'

Die Ausgrabungsstätte „Drei Canè” (1998 während der Bauarbeiten der Kellerei Mezzacorona entdeckt) besteht aus Strukturen, die auf eine ausgedehnte landwirtschaftliche und produktive Anlage nach der römischen Methode der damaligen Landhäuser schließen lässt.
Der ursprüngliche Grundriss verweist auf eine Reihe von Wand an Wand errichteten Gebäuden, die auf einen Hof oder mehrere Höfe blickten, und zwar mit einem auf der Ostseite gelegenen Zugang, über eine Schotterstraße, die mehrmals repariert und mit Kies und Sand aufgefüllt wurde. Wegen der zahlreichen Zerstörungen ist es heute nicht einfach, den exakten Umfang dieser landwirtschaftlichen Anlage festzustellen, die sich ursprünglich weit über 1000qm ausdehnte. In einem der Räume war es möglich, die Reste einer Küche mit einer Feuerstelle auszugraben. Ein weiterer Raum diente vermutlich als Speisekammer bzw. Lager, denn dort gab es zahlreiche Knochenfragmente, Getreidereste, eine Amphore und sogar Traubenkerne, die zweifelsohne auf einen schon damals bestehenden Weinbau hinweisen, der im Laufe der Jahrhunderte dazu bestimmt war, hier Fuß zu fassen. Diese Überreste waren äußerst wichtig, denn sie ermöglichten eine Rekonstruktion von der Ernährungsweise der römischen Bevölkerung im Gebiet der Piana Rotaliana. Ferner gab es Funde von Münzen – alle in Bronze -, die einen Bogen von der Mitte des 2. Jh. bis zur Mitte des 5. Jh. spannen.
Gegen Ende des 5. und zu Anfang des 6. Jh. vollzog sich eine allmähliche Rezession bis zum völligen Verfall. Aus den Gebäudetrakten wurden alle Gerätschaften entfernt. Dieser „Plünderungsaktion” folgt der totale Zusammenbruch der Ruinen. Einen letzten Beitrag leistete dabei die zerstörerische Kraft des Wildbachs Noce, der, wie schon so oft, über seine Ufer trat und nur einen Teil der gesamten Fläche aussparte, wo einst die Gebäudetrakte standen. Im Antiquarium sind auch einige Kalkstein- und Verdelithplatten mit versteinerten Ammoniten ausgestellt. Sie stehen zwar nicht in enger Verbindung mit den Gebäuden, wurden aber während der Errichtung der Kellerei gefunden. Diese, etwa 50 Platten, stehen im direkten Zusammenhang mit einer monumentalen Nekropolis. Sie bildeten nämlich Abdeckungen, Seitenwände und Böden der Sarkophage, die sich, bevor sie vom Ungestüm des Wildbachs Noce überflutet und vernichtet wurden, in überirdischer Lage befanden. Die Exponate sind die Böden und die Abdeckungen von drei verschiedenen Gräbern.

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Die Ausgrabungsstätte „Drei Canè”