Schloss Firmian

Der ständige Wohnsitz der Grafen Firmian, die Herren von Mezzocorona

Das Schloss Firmian (Castel Firmian) wurde 1480 von Nicolò I. Firmian errichtet, dem tatkräftigen Erbmarschall des Valle di Non und der Judikarien. Er hatte sich dazu entschlossen, die oberhalb liegende Felsburg (Castel San Gottardo) durch eine bequemere und dem damaligen Wohnstil entsprechende Residenz zu ersetzen. Das Schloss blieb bis in unsere Tage der ständige Wohnsitz der Grafen Firmian. Eines Adelsgeschlechts, das sich durch seine kriegerischen Leistungen und als Mäzene von Künstlern auszeichnete. Die Familie Firmian hatte nach den „Mez” bis 1824 die Tiroler Gerichtsbarkeit über die Umgebung inne.

Der Gebäudekomplex besteht aus einem viereckigen Turm und einem Wohngebäude, umgeben von einer zinnengekrönten Mauer in Richtung Berghang und einem Wallgraben in Richtung Tal. Den ursprünglichen Eingang der Residenz bildet ein schönes, mit dem Originalwappen der Adelsfamilie freskoverziertes Portal. Vom Eingang gelangt man über eine Treppe zu den Wohnräumen und zum Bogengang mit seinem massiven Stützpfeiler. Das Schloss wird durch seinen nach Süden ausgerichteten Wachturm – als Torre di Mezzo bezeichnet – geschützt und verfügt über eine direkte Verbindung zur unterhalb liegenden Römerstraße, nämlich durch einen Laufgraben („rivellino” genannt), der das Schloss mit der unterhalb liegenden öffentlichen Straße verband: Dieser Laufgraben diente dem Grafen zur Überwachung der antiken Verbindungsstraße mit dem Val di Non und der benachbarten Furt über den Wildbach Noce.

Das Schloss erfuhr in den darauf folgenden Jahrhunderten Umbauarbeiten: In der zweiten Hälfte des 18. Jh. wurde es um ein Stockwerk aufgestockt, die Fenster aus dem 15. Jh. durch größere Fensterflächen ersetzt, an der Südostseite kam ein neuer Gebäudeflügel hinzu, der den Erker mit dem Wachturm verband. Ferner, wurde ein sich auf zwei Stockwerken ausdehnender Salon geschaffen und der Wallgraben aufgefüllt. Diesen Umbauarbeiten folgten im nächsten Jahrhundert die Anlage eines Reitstalls, wobei das bergwärts gelegene Gelände, beim Wachturm, genutzt wurde, einschließlich der Gebäude, die zur Unterbringung der Dienerschaft gehörten.

Im Salon sowie auch in der San Giovanni Nepomuceno geweihten Kapelle – Letztere birgt die antike Holzfigur von Sankt Gotthard aus der Felsenburg – gibt es eine interessante Kollektion von Porträts dieser berühmten Adeligen, die in großen Zügen die Vergangenheit dieser Familie widerspiegelt, die bei den Beziehungen zwischen der damaligen mediterranen und germanischen Welt eine primäre Rolle spielte. Einer der Protagonisten war „Karl Joseph Graf Firmian” – 1716 geboren und 1782 verstorben: Er war der österreichische Minister der Lombardei, Mäzen von Literaten, Dichter und einer der Fans des jungen Mozart, der in Mailand ein Gastspiel gab.

Heute ist diese Residenz ein stimmungsvolles Szenario für einzigartige Veranstaltungen, organisiert durch die benachbarte historische Kellerei Martinelli.

Bibliographie: Aldo Gorfer, Guida dei castelli del Trentino, Trento, 1967

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